Mein Kind hat Fructoseintoleranz – Was nun?

Die Diagnose Fructoseintoleranz ist selbst für Erwachsene oft wie der sprichwörtliche Schlag ins Gesicht. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind enorm. Wie mag es dann erst sein, wenn diese Nahrungsmittelunverträglichkeit Kinder trifft?

Teilweise sind sie noch zu jung, um überhaupt zu verstehen, weshalb sie plötzlich anders essen sollen. Und andere, nicht betroffene Kinder können mit dieser Erkrankung erst recht nichts anfangen. Teilweise ja noch nicht einmal die Erwachsenen, die bisher mit Fructoseintoleranz noch nicht in Berührung gekommen sind. Schnell wird man da, auf dem Kindergeburtstag etwa, zum Außenseiter.

Seltenes Schicksal, deswegen aber nicht weniger schwer

Etwa eines von rund 20.000 Kindern ist von der erblichen und somit angeborenen Form der Fructoseintoleranz betroffen. In diesem Fall äußern sich die Symptome bereits ab dem ersten Kontakt mit Beikost. Meist wird bei uns mit Karottengläschen begonnen, eine Gemüsesorte mit besonders hoher Fructosekonzentration.

Die Kinder werden unruhig, auch zittrig, teilweise erbrechen sie sich auch. Es kann sogar zu solch starken Blähungen kommen, dass sich der Bauch sichtbar hervorwölbt. Diese Kinder zeigen auch eine deutliche Abneigung gegenüber süßen Speisen. Symptome dieser oder ähnlicher Art sollte man unbedingt vom Arzt abklären lassen. Bei einer angeborenen Fructoseintoleranz können selbst kleinste Mengen Fructose nicht verarbeitet werden. Dem Körper fehlen in diesem Fall die Rezeptoren dazu gänzlich. Stattdessen entstehen bei einem unvollständigen Abbau der Fructose giftige und leberschädigende Substanzen.

Um also einen Leberschaden zu verhindern und dem Kind eine möglichst normale, störungsfreie Entwicklung zu ermöglichen, muss unbedingt schnell reagiert und gehandelt werden. Das bedeutet auch, dass diese Kinder zu jedem Zeitpunkt und ohne Ausnahme eine strenge Diät ohne Fructose einhalten müssen.

 

Das “kleinere Übel”

Es gibt jedoch auch Kinder, die an der, so gesehen, leichteren Form der Fructoseintoleranz, oder besser -malabsorption leiden. Hier gilt es genauso wie bei Erwachsenen Patienten auch, zunächst eine strenge Karenzphase zu überstehen und danach langsam Schritt für Schritt die Fructosemengen der täglichen Mahlzeiten vorsichtig anzuheben.

Diese Kinder haben gute Chancen, die dauerhaften Einschränkungen durch ihre Krankheit so gering zu halten, dass sie sich zum einen selbst damit recht wohl fühlen und zum anderen auch in der Gruppe unter anderen Kindern nicht immer fast schon automatisch hervorstechen.

 

Fructoseintoleranz kindgerecht

Bei Kindern mit Fructoseintoleranz sollten immer auch das Alter und das Kind selbst entscheidende Faktoren bei der jeweiligen Therapie spielen. Kinder mit einer angeborenen Fructoseintoleranz werden fast schon von alleine in ihren Diätplan hineinwachsen. Sie kennen es nicht anders, sollte ihnen Süßes überhaupt in Erinnerung bleiben, dann nur auch gleichzeitig mit den negativen Konsequenzen. Solch ein Kind wird Schokolade kaum vermissen. In diesem Fall sind es wohl in erster Linie die Eltern und später das soziale Umfeld, die Probleme mit dieser Erkrankung haben.

Kindern, die erst im Laufe ihres Lebens eine Fructosemalabsorption entwickelt haben, sollte unbedingt möglichst verständlich erklärt werden, was in ihrem Körper passiert. Je besser sie verstehen, weshalb es wichtig ist, sich an den Diätplan zu halten, desto leichter wird es ihnen fallen.