Ernährungsberatung ja oder nein?

Die meisten Patienten erhalten mit der Diagnose Fructoseintoleranz eine lange Liste mit Lebensmittel, die sie künftig mindestens einschränken, wenn nicht sogar ganz meiden sollten. Einige erhalten auch die Empfehlung, total auf Obst zu verzichten, oder sogar Fructose und somit auch den normalen Haushaltszucker, der zur Hälfte aus Fructose besteht, rigoros aus dem Speiseplan zu streichen.

Mit solchen, wenn auch gutgemeinten, dennoch meist falschen Ratschlägen sind beide Seiten überfordert. Die wenigsten Ärzte haben ausreichend Ernährungswissen, um ihren Patienten in dieser Situation tatsächlich weiterhelfen zu können. Die Patienten wiederum merken schnell, dass sich solche knappen Verallgemeinerungen, wenn überhaupt, nur in die Tat umsetzten lassen, wenn die Lebensqualität extrem eingeschränkt wird.

Ernährungsberatung ja – aber nur mit Qualität

Am besten wenden Sie sich in so einer Situation an eine gut ausgebildete Ernährungsfachkraft. Dies sind häufig Ökotrophologen, die in der Regel dank ihrer Qualifikation von den Krankenkassen anerkannt sind. Sie können also jederzeit bei Ihrer Kasse nachfragen. Sie erfahren dann, wo es in Ihrer Nähe eine solche Ernährungsberatung gibt und wie viel Ihnen Ihre Krankenkasse von den Kosten wieder erstattet.

Legen Sie unbedingt Wert darauf, dass Ihre Situation individuell betrachtet wird. Nicht jeder reagiert bei seiner Fructoseintoleranz gleich. Die Schweregrade sind ebenso individuell, wie der Lebensstil. Ihr Ernährungsplan sollte soweit wie möglich daran angepasst sein.

Wie läuft so eine Ernährungsberatung ab?

Zunächst einmal muss jeder Patient eine sogenannte Karenzphase überstehen. In dieser Zeit ist die Auswahl an Lebensmittel sehr streng eingeschränkt. Ziel ist es, alle möglichen Auslöser der Symptome zu vermeiden und dem Darm, gerade wenn er durch zahlreiche Durchfallerkrankungen angegriffen und geschwächt ist, Zeit zum Regenerieren zu geben.

Sobald Sie einige Zeit Symptomfrei sind, sind Sie bereit für die nächste Stufe. Hier sind bereits wieder Lebensmittel mit einem möglichst geringen Fructosegehalt erlaubt. Ab jetzt ist es Ziel der Ernährungsberatung, ihre individuelle Verträglichkeitsgrenze so weit nach oben zu verschieben, dass Sie sich nur noch kaum, im Idealfall sogar überhaupt nicht mehr durch die Fructoseintoleranz in ihrem Alltag eingeschränkt fühlen.

Fazit

Bei der Diagnose Fructoseintoleranz sind viele erst einmal völlig verunsichert, was sie noch essen können und dürfen. Sobald sich die Patienten intensiver mit dem Thema befassen, merken sie schnell, dass Fructose häufig auch von der Lebensmittelindustrie als Zusatz verwendet wird, was alles noch komplizierter macht. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist dagegen ein sehr schneller Ausweg aus diesem Dilemma.